Eadweard Muybridge: The Human Figure in Motion. Serienaufnahmen (1887/1901)

Originaltitel/Quelle: Eadweard Muybridge: The Human Figure in Motion. An Electro=Photographic Investigation of Consecutive Phases of Muscular Actions. Third impression. London, Chapman & Hall, LD. 1907. pp. 17-189.

Medium/Publikationsform: umfangreicher großformatiger Bildband mit solidem Einband und Begleittext, überwiegend chronofotografische Dokumentation mit monografischem Anspruch, Abbildungen gerastert

Künstler: Eadweard Muybridge

Datierung: Ausgabe von 1907, Erstveröffentlichung der Publikation 1901, Aufnahmen 1887 erstveröffentlicht

Anzahl Bilder: 87 Serienaufnahmen, davon 76 hier reproduziert

Originalgröße Medium/Vorlage: ca. 31 x 25 cm

Originalgröße Einzelbilder/Ansichten: variiert, überwiegend 20 x 6-12,5 cm, einige Bilder weichen von diesem Grundformat ab

Kommentar: In den beiden folgenden Galerien sind die Serienaufnahmen aus Eadweard Muybridges Fotodokumentation „The Human Figure in Motion“ digitalisiert worden. Die Publikation erscheint erstmals 1901, die hier genutzte Ausgabe stammt aus dem Jahr 1907. Die einzelnen Aufnahmen sind allerdings deutlich älter und eine Auswahl aus dem Großprojekt „Animal Locomotion. An Electro-Photographic Investigation of Consecutive Phases of Animal Movements“. Dieses Hauptwerk Muybridges mit insgesamt 781 Tafeln wird bereits 1887 erstveröffentlicht, die Bilder waren in den Jahren 1872-1885 entstanden (!).

Die Serienfotografien zeigen jeweils Bewegungsstudien des männlichen oder weiblichen Körpers in einer Vielzahl von Situationen: Im Fall der Männer handelt es sich vor allem um Bewegungen bei der Ausübung von Sport (Sprint, Laufen, Weitsprung, Hochsprung, Ballwurf, Kugelstoßen, Baseball, Cricket, Rudern, Ringen, Fechten, Boxkampf) oder in gestellten alltäglichen (Gehen, Tragen von Gewichten, Bewältigung eines Aufstiegs, Treppensteigen usf.) oder weitgehend beruflich-professionellen Situationen (Marschieren mit Gewehr, Schmiedearbeit, Grabearbeit).

Im Fall der weiblichen Bewegungsstudien zeigt sich ein eher ästhetisierender bis idealisierender Zugang, der offenkundig auch dem Moralverständnis des viktorianischen Zeitalters geschuldet ist. Dazu passt auch, dass nur ein Teil der weibliche Modelle unbekleidet fotografiert worden ist. Gezeigt werden hier vor allem alltägliche Bewegungsabläufe – wenn man denn das Springen über ausgelegte Findlinge mit Angel und Korb dazu zählen will (!) -, ferner  häusliche Tätigkeiten, spielerische Bewegungen (etwa Seilspringen), Tanz, bis hin zur Durchführung eines Bades. Die Bildzusammenstellung ist also durchaus auch sozialgeschichtlich nicht uninteressant.

Von den insgesamt 87 Serienfotografien sind 76 Bilder reproduziert worden. Ein kleinerer Teil der Bilder fehlt hier. In einzelnen Fällen war beispielsweise die Bildqualität wirklich zu schlecht. Auch die Bewegungsstudien von Kindern sind nicht digitalisiert worden. Die zusammengefügten Serienaufnahmen bilden im Übrigen nur einen Abschnitt der Bildtafeln des Bandes, die zahlreichen Einzelstudien und ausgewählten Einzelaufnahmen, die zusammen den den zweiten Abschnitt bilden, sind hier zu finden: The Human Figure in Motion: Einzelstudien


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